Warum man auf die Hinweise seines Beifahrers achten sollte, warum deutsche Essensgewohnheiten unglaublich sind und warum Weinen so schoen sein kann...
So, nach einer wirklich langen Zeit der Abstinenz melde ich mich wieder aus Madison, der Stadt mit den 45.000 Studenten, die junggebliebene, charmante Hauptstadt von Wisconsin, dem Bundesstaat, dessen State Beverage "Milk" ist...
Seit meinem letzten Eintrag habe ich so viele neue Sachen erlebt, so viele neue Erfahrungen gemacht und jeden Tag irgendwie etwas Aufregendes erlebt, dass ich all diese Einzelheiten unmoeglich auf Papier- oder besser gesagt auf den Computer- festhalten kann.
Naja, am besten fange ich mal mit meiner zur Zeit aufregendsten Erfahrung an.
Also, am Dienstagabend bin ich mit meiner Hostmum zu irgendwelchen Briefkaesten gefahren, weil meine Hostmum Briefe fuer Friendship Force abschicken wollte.
Ich hoffe, ihr habt bemerkt, dass ich mich da oben nicht verschrieben habe- ICH bin gefahren...=) Das war aber noch nicht die aufregendste Sache, denn ich bin ja schon vorher mit unserem Van gefahren. Na gut, ich fahre also mit meiner Hostmum als Beifahrerin eine ziemlich ruhige Strasse entlang und meine Hostmum sagt: "Ok, turn left on the street lights." Ich nicke und fokussiere die Ampeln am Ende der Strasse, denn ich nehme einfach mal an, dass sie mit Street Lights Ampeln gemeint hat. Ploetzlich jedoch ruft meine Hostmum: "No, I meant...okay too late..." Es stellt sich also heraus, dass sie die Strassenlaternen meinte und eigentlich nicht gerade die Ampeln. Okay, das waere vielleicht noch nicht so schlimm gewesen, aber ploetzlich verkrampft sich meine Hostmum und rutscht tiefer in ihren Sitz, haelt den Atem an und sagt: "Okay, wir fahren jetzt auf eine der belebtesten Strassen Madisons..." Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon drei Schweissausbrueche und feuchte Haende bekommen, denn ich bin eigentlich noch nie an einer Ampel (geschweige denn auf einer belebten Strasse) gewesen.
Wenn ich jetzt zurueck denke, waere ich vielleicht nicht so panisch gewesen wenn meine Hostmum die Ruhe selbst gewesen waere, aber das kann man ja von keinem verlangen, besonders nicht, wenn jemand in deinem Auto faehrt.
Naja, das Ende der Geschichte ist ein glueckliches. Ich habe die Ampel gut gemeistert, ich habe es geschafft mit den anderen Autos in einem Tempo von gut 50 miles/h mitzuhalten und ich bin dann noch mal auf eine wirklich grosse Strasse (Mineral Point Road) gelangt und zum Schluss gluecklich bei den Briefkaesten angekommen. Danach hat mich meine Hostmum (oder eigentlich habe ich mich) bei der Westtown ShoppingMall abgesetzt, weil ich noch eine schwarze Hose fuer unser Teambanquet am naechsten Tag kaufen wollte. Ich bin mit zittrigen Beinen (ich war wirklich noch geschockt, haha) hinein gegangen.
Meine Hostmum hat mir danach aber noch eine Voicemail hinterlassen, in der sie nochmal sagte, dass ich das wirkich sehr gut gemeistert habe und sie stolz auf mich ist und das war wirklich toll zu hoeren.
Das Beste jedoch ist, dass sie mich jetzt ueberall (ausser vielleicht auf den Highways, aber das kommt noch) fahren laesst. Wenn sie mal kurz in den Supermarkt muss- ich fahre sie. Wenn ich mal kurz in die Mall muss und sie auch etwas besorgen will- ich fahre uns. Das ist schon ein super Gefuehl!
Naja, so viel zum Thema Autofahren.
Am Mittwoch musste ich eine Presentation ueber Germany in einer Deutsch-Klasse halten, weil die letzte Woche irgendwie eine internationale Woche oder so war. Davor war ich wirklich aufgeregt, aber es war dann einfach nur lustig.
Ich bin in diese Klasse (mit vielleicht 15 Schuelern) gegangen und habe einfach losgelegt. Vorher habe ich ein paar Bilder von Deutschland und Gelsenkirchen ausgedruckt, die ich dann herum gegeben habe. Dann haben sich alle erst einmal vorgestellt (auf Deutsch): "Ich bin Anna, das ist Paul." Ich stand vorne und habe immer genickt und kam mir erst ein bisschen bloed vor, weil die meisten Schueler so alt waren wie ich.
Aber dann haben wir eine Art Stuhlkreis gemacht und ich habe einfach erzaehlt, von meiner Schule (hachja), von meiner Stadt, von unserem Nationalteam- Fussball haha (oh ja, ich weiss auch nciht warum...), von Deutschland allgemein (dass es ca. so gross ist wie Utah und Wisconsin zusammen- darunter konnten sich alle etwas vorstellen) und so weiter...
Dann haben sie noch viele Fragen gestellt und ich habe eigentlich die ganze Stunde geredet (auf English.) Unter anderem habe ich auch erzaehlt, dass wir in Deutschland Pizza mit Thunfish essen oder Nudeln mit Catsup (ja, SO schreiben sie das hier...) und da waren sie vollkommen hin und weg. Die meist genannte Antwort: "Ewww...that's disgusting'" Die Lehrerin fand es dann auch ziemlich ecklig, dass wir Bier mit Cola/Fanta oder Sprite trinken. Ich konnte einfach nur die Schultern zucken und lachen, weil ich eigentlich dachte, dass Amerikaner alles mit Catsup/Ketchup essen koennen, warum dann also keine Nudeln??
Naja, das war schon eine sehr lustige Erfahrung.
Am Mittwoch hatten wir dann auch noch unser Teambankett von Cross Country. Wir haben uns alle (also 80 Maedchen plus Eltern oder Geschiwster) bei Rocky Roccoco's Pizza getroffen. Dort hatten sie eine Art Kinosaal und ein Pizzabuffet und Getraenke und Salat. Nachdem wir gegessen hatten, haben wir alle eine Urkunde und die Seniors, die vier Jahre Cross Country gemacht haben, ein Memorial-Letter bekommen. Danach haben die Seniors (also auch ich) Awards fuer die anderen Maedchen vergeben. Ich habe den "Queen Cutie Pie"-Award an Natalie (ein Freshman) vergeben und musste auch noch etwas ueber sie sagen, habe es aber ganz gut geschafft, glaube ich.
Dann haben die Seniors ihre Geschenke bekommen- eine Kette, auf der "Believe" stand.
Und dann hat Jay, unser Coach, die Slideshow angemacht, was einfach nur traurig war. Jeder, wirklich jeder, hat geweint...weil die Musik so schoen traurig war, weil die Bilder so schoen waren und weil die Seniors naechstes Jahr auf dem College sind...
Und zum Schluss haben unsere vier Captains noch einmal eine Homage fuer Jay vorgelesen und alle vier hatten Traenen in den Augen und konnten gar nicht richtig lesen und das war so traurig...Wir haben an diesem Abend einfach die ganze Zeit geweint, aber es hat sich so gut angefuehlt. Und als allerletztes hat Jay noch eine Rede gehalten.
Und diese Rede war einfach nur beruehrend...Er hat darueber gesprochen, dass wir alle immer Cross Country Laeufer sein werden, wenn wir nur an unsere Prinzipen glauben. "No excuses. Respect your competition. BRING IT. Take care of your teammates and BELIEVE IN YOURSELF!" Und wenn wir das auch in unserem weiteren Leben beherzigen, dann wird er immer einen Grund haben, auf uns stolz zu sein...
Es war so schoen...
Naja, wir ihr seht durchlebe ich hier nicht nur aufregende und lustige Zeiten, sondern auch machmal nachdenkliche oder sentimentale...aber das bringt uns ja auch weiter, irgendwie.
Aber ich hoere jetzt auf mit diesen "tiefsinnigen" Gedanken. Am Montag fliegen wir nach Florida, weil ich dort Thanksgiving mit der ganzen Familie verbringe. 8 Tage keine Schule...das ist wie der Himmel auf Erden, aber ich bin ein bisschen traurig, weil ich wahrscheinlich ein paar Get-togethers mit ein paar Leuten aus meiner Schule verpasse, aber was solls.
Achja, und am Freitag war ich in Chicago!! Wir hatten einen Art Fieldtrip zum Millenium Park und zum Navy Pier. Es war wirklich interessant und Chicago ist schon eine umwerfend tolle Stadt. Ich komme aber nochmal dorthin meinte meine Hostmum...juhu!
Ich hoffe, es geht euch auch alle wunderbar und ihr geniesst eure Zeit auf den Weihnachtsmaerkten, darum beneide ich euch naemlich sehr, denn hier haben sie nicht so tolle wie in Deutschland. Auch St. Martin wurde hier nicht gefeiert und dabei habe ich doch immer so gerne die suessen Brezel gegessen...
Aber, okay das hier wurde mal wieder zu lange...
Bis bald dann!
Machts gut!
Steffi


1 Comments:
Hey Steffi,
I've been reading your blog through a translator. You are so cute! Reading your posts reminds me of high school and my old spirit days. I miss it! Please keep posting.
Thanks for linking me,
Annie :)
9:59 AM
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