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Tuesday, September 05, 2006

Von Schule, Golfen, Cross Country Training und einer ganz besonderen Motivationsarbeit


Hallo meine Lieben!

Ja, ich bin es wieder. Mein letzter Eintrag liegt jetzt schon neun Tage zurueck, aber die Tage vergehen hier (bis jetzt noch) wie im Fluge. Dies liegt aber wohl auch daran, dass ich noch keine Schule hatte und jetzt waehrend meiner "Ferien" immer viel mit meinen Gasteltern unternommen habe.

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Naja, also ich weiss noch, dass ich am vorletzten Wochenende einen Ausflug mit einer Familie gemacht habe, die Freunde von Mary und Gary sind und gerade auch einen deutschen Austauschschueler, Niklas, aus Hessen haben. Ich bin mit Derek (dem Vater), Nancy (der Mutter), Niklas, Jackson (dem 15-jaehrigen Sohn) und den beiden Schwestern (Nadia und Zoe) zu einer Art "Hippie-Fest" gefahren. Dort hat eine Band aus New Orleans gespielt und es war richtig lustig, weil ich mit der Mutter getanzt habe (Niklas und die anderen waren wohl etwas gelangweilt...naja)

In der letzten Woche habe ich auch mein Cross Country Training begonnen. Cross Country ist Cross Laufen, also man laeuft ueber Wiesen, durch Waelder, Berge hinauf und hinuter- eigentlich nichts anderes als in Deutschland.

Nur hier in Amerika geschieht das alles ueber die Schule. Es gibt keine Vereine (ausser die richtigen professionellen) und man beginnt schon in den Ferien mit dem Training, damit man waehrend der Schulzeit fit ist.

Ich bin also zum Training gegangen und wurde gleich von einigen Maedchen angesprochen, die mir ihren Namen sagten und mich fragten wo ich in Deutschland wohne. Ein Maedchen konnte sogar richtig gut Deutsch, das sie gleich an mir ausprobeiren wollte.

In der letzten Woche bin ich also jeden Tag trainieren gewesen (um 8 Uhr), aber es hat mir richtig viel Spass gemacht. Hier ist das Training anders, als in Deutschland. Immer wieder machen sich die Maedchen und auch Jay, der Trainer, gegenseitig Mut und klopfen sich auf die Schulter. Ich mag das.

Dann musste ich letzte Woche noch meine Schulfaecher waehlen und erfuhr dann auch von einer Lehrerin, dass ich ein Junior (also kein Senior, Abschlussjahrgang) sein werde. Da habe ich mich schon ziemlich geaergert, aber weiteres dazu folgt gleich...


Am Freitag haben wir vom Cross Country Training einen Potluck veranstaltet. (Was ist das??) Also vor jedem Meet (Wettkampf) kommen alle 80 (!!) Maedchen in einem Haus zusammen, bringen Essen und Getraenke mit und unterhalten sich, ein nettes Beisammensein also. Diesmal waren auch die Jungen von Cross Country da und ich weiss wirklich nicht, wie wir alle in das Haus von Tosha (eine der leitenden Maedchen bei mir in der Gruppe) passten.


Am Samstag hatte ich also meinen ersten Wettkampf und ich war so aufgeregt! Doch zum Glueck erging es den anderen Maedchen nicht anders und deshalb haben sie sich nette Sachen ausgedacht. Zum Beispiel hat jedes aeltere Maedchen ein juengeres zur "Little-Sister". Die beiden "Sisters" schenken sich gegenseitig vor einem Wettkampf ein kleines Geschenk und ein paar motivierende Worte ("You gonna do great!"). Vorzugsweise sollte das Geschenk in den Schulfarben (weiss und gruen) sein und vielleicht sogar noch einen Roemerhelm irgendwo drauf haben. (Der Roemerhelm oder "Spartan" ist naemlich das Maskottchen meiner High School.)


Ich habe meiner "Little Sister" (die ich nicht kannte) notgedrungen ein paar gruen-weisse Gummibaerchen, die ich von zu Hause mitgebracht habe, geschenkt. Genauso wie Sarah, einem Maedchen aus meinem Team, die an diesem Tag Geburtstag hatte und mit der ich bereits im Kino war.


Nach dem Wettkampf (den ich ungefaehr im guten Mittelfeld abgeschlossen hatte- yeah) fuehlte ich mich einfach toll und wir haben uns alle umarmt und beglueckwuenscht.

Danach bin ich mit meinen Gasteltern nach Omro zum Golfen gefahren. Dort haben wir noch ganz viele Freunde von Mary und Gary getroffen, die mich alle nett empfangen haben. Manche mit den Worten "Sei gegruesst Herr General" oder "Stillgestanden", weil das die einzigen deutschen Worte waren, die sie kannten. Aber das war ziemlich lustig. Das Golfen hat auch Spass gemacht, obwohl ich jetzt weiss warum dies eher aeltere Leute spielen. Dennoch durfte ich immer das Golfauto fahren und das war wirklich toll.


Ach ja, letzte Woche musste ich dann nochmal zur Schule, um fuer meine Student IC-Card ein Foto zu machen und meinen Stundenplan abzuholen. Und was sehe ich da?? Auf meinen Stundenplan steht "Senior" drauf, somit bin ich jetzt also wieder im Abschlussjahrgang. Ich weiss zwar nicht, ob sie das wieder aendern, oder ob ihnen dieser kleine "Fehler" ueberhaupt auffaellt, aber ich bin jetzt erstmal zufrieden. Zumal ich bereits einige Seniors vom Laufen kenne.


So und jetzt gehe ich gleich zur Schule, weil dort eine Versammlung in der Aula fuer alle neuen Schueler statt findet. Ausserdem treffe ich mich vorher noch mit dem "Exchange Student Welcoming Committee" von meiner High School. Das ist ein Club, der sich um alle Austauschschueler kuemmert und wir machen nach einem Pizzaessen eine Schulfuehrung. Zwei Maedchen aus diesem Club haben mir bereits letzte Woche ein kleines Geschenk, also Suessigkeiten, ein kleines Fotoalbum und einen netten Brief ueberbracht, was mich wirklich gefreut hat.


Und morgen faengt dann die Schule richtig an. Dann habe ich sicher wieder viel zu erzaehlen. Langsam habe ich auch das Gefuehl, dass ich mich hier einlebe, auch wenn es immer wieder Momente gibt, an denen ich denke: "So, jetzt hast du viel erlebt, jetzt kannst du auch wieder nach Hause fahren."


Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Deutschland, an meine Familie und Freunde denke, aber das sind dann immer nur schoene Erinnerungen.

Mal schauen, wie es so wird, wenn ich Schule habe und sich alles ein wenig normalisiert.


Okay, ich muss los. Also machts gut und haltet die Ohren steif...^^



Eure Steffi


P.S: Es sind wieder neue Fotos online...=)

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